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Echten Ökostrom an Labels erkennen

ökostrom-zertifikateWer schon einmal nach Ökostrom geguckt hat, kann sicherlich eines ganz genau sagen: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Einige Anbieter haben irgendwelche wilden Zertifikate, andere sagen, es wäre Ökostrom und wiederum andere bieten Testberichte. Bringt das was? Ja. Nur ein Durcheinander. Doch woran erkennt man echten Ökostrom eigentlich?

Grundsätzlich gibt es vier Zertifikate mit hoher Aussagekraft und Ernsthaftigkeit: das Label vom TÜV Süd / Nord, das Ok-Power Label, das Grüner Strom Label und die RECS-Zertifikate. Alle Labels sagen etwas anderes aus und verfolgen ein etwas anderes Ziel. Eines haben sie aber gemeinsam: man kann bei ihnen echten Ökostrom und Investitionen in regenerative Energien erwarten. Es gibt auch Ökostromanbieter ohne Label, wie Greenpeace Energy, Lichtblick, EWS Schönau und Naturstrom. Diese Anbieter setzen nicht auf Labels, weil ihr Geschäft transparent ist und die Kunden ihnen glauben.

Das RECS-Zertifikat

Bei den RECS-Zertifikaten wird zwar irgendwo Ökostrom hergestellt, doch muss das nicht der Stromanbieter sein, bei dem man seinen Ökostrom beziehen möchte. Stromanbieter kaufen diese Zertifikate im europäischen Ausland von Stromanbietern, die mehr Ökostrom herstellen, als nachgefragt wird, etikettieren den eigenen Atomstrom oder Kohlestrom um und verkaufen ihn dann als Ökostrom. Bei Kritikern löst dies echte Zweifel aus. Befürworter sehen aber eine Ökostromproduktion, die zwar nicht hier passiert, doch passiert sie.

Das OK-Power Label

Hinter EnergieVision e. V., der Ausgabestelle für das OK-Power Label, stehen zahlreiche gemeinnützige Umweltorganisationen wie der WWF und die Verbraucherzentrale NRW. Drei verschiedene Zertifikate gibt es vom OK-Power Label. Das Händlermodell, das Initiierungsmodel und das Fondsmodell. Alle drei Siegel stehen dabei für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Anlagen. Das Initiierungsmodell ist ein wenig wackelig. Es erlaubt 50 Prozent Ökostrom und den Handel mit RECS-Zertifikaten.

Das Grüner Strom Label

Das Label wird auch von verschiedenen Umwelt- und Naturschutzorganisationen getragen (BUND, NABU usw.) und es gibt zwei Kategorien: das Grüner Strom Label Silber und das Grüner Strom Label Gold. Bei beiden Varianten verpflichten sich die Stromanbieter in neue Ökostromprojekte zu investieren (einen Cent pro kWh). Beim goldenen Label muss der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Ressourcen stammen und beim Silbernen zu 50 Prozent, wobei Kraft-Wärme-Koppelung erlaubt sind.

Das TÜV Zertifikat

Vorsichtig sollte man bei den Labels vom TÜV sein. Nicht immer handelt es sich dabei um Ökostromlabels, die die Stromanbieter bewerben. Außerdem ist es den Stromanbietern gestattet mit RECS-Zertifikaten zu handeln, was ihnen Raum für Tricksereien gibt. Zudem dürfen 50 Prozent des Stroms aus KWK-Anlagen kommen, die nebenbei auch andere konventionelle Arten von Strom produzieren.

Auch die Auswahl an verschiedenen TÜV Labels stiftet Verwirrung. Das TÜV Süd Label gibt es beispielsweise in vier verschiedenen Versionen.

Generell ist es empfehlenswert auf diese Kombination zu achten: EE01 oder EE02. Dieser Strom kommt aus Anlagen, die 100 Prozent Ökostrom produzieren und nicht älter als drei Jahre alt sind. Das EE02 Label garantiert auch, dass Ökostrom dann eingespeist wird, wenn der vorher generierte Strom verbraucht wurde. Achtet man ein wenig auf die Bedeutung der TÜV Labels, wird man aber auch ein Stromprodukt finden, das aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde und tut gleichzeitig was für den Ausbau neuer regenerativer Anlagen.

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Wie Ökostrom den Atomausstieg beschleunigt

Atomausstieg ist immer das große Thema, wenn es um die Umwelt geht. Atomkraftwerke sollten eigentlich sicher sein, doch kommt es immer wieder zu gewaltigen Kernschmelzen und Katastrophen wie in Fukushima. Außerdem müssen die Brennstäbe gelagert werden, welche jahrtausende noch radioaktiv sein werden. Das hat zahlreiche Folgen für die Umwelt und die Natur. Deshalb ist ein Atomausstieg für uns alle sehr erstrebenswert. Aufgrund von positiven Entwicklungen im Bereich erneuerbare Energien haben wir heute die Situation, dass der Ökostrom günstiger ist als Atomstrom, was nun dazu führen könnte, dass der Atomausstieg praktisch von selbst stattfindet, weil kein Weg daran vorbeiführt.

Atomkraft adé – Ökostrom ist günstiger

Bisher war Ökostrom teurer als gewöhnlicher Atomstrom. Der Grund dafür war, dass die Anlagenkosten noch im Preis enthalten waren. Nun, da diese Kosten langsam entfallen, kann Ökostrom günstiger als Atomstrom angeboten werden. Neben dem Umweltgrund verleitet nun auch der Preis zur Wahl des Ökostromanbieters bei den Kunden. Diese achten statistisch gesehen in erster Linie auf den Preis, was die großen Stromvergleichsanbieter bestätigen. Weil sich nun auch Ökostromanbieter unter den ersten Plätzen bzgl. der Preise befinden, ist die Bereitschaft der Kunden dementsprechend höher einen Ökostromanbieter auch zu wählen.

Die Spirale kommt ins Drehen

Nun da die Ökostrompreise gefallen sind, rentiert es sich für große Firmen immer mehr in Ökostrom zu investieren, weshalb die Preise für den Endverbraucher auch weiterhin sinken werden. Dies sorgt für einen Spiraleffekt, der dafür sorgen wird, dass künftig nur noch Ökostrom bezogen wird. Im Klartext bedeutet das, dass der Atomausstieg praktisch von selbst stattfinden wird. Zu verdanken haben wir dies der Suventionsbereitschaft der deutschen Regierung, die den Ausbau erneuerbarer Energien im großen Stil gefördert und sich auf Platz 1 weltweit katapultiert hat. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Endverbraucher, der bis dahin noch draufzahlen musste, von der Entwicklung profitiert.

Die Zeit zu Wechseln ist da

Wer von euch hat sich schon einmal Gedanken über den Ökostrom und seine Bedeutung gemacht? Wenn ihr das nächste Mal euren Stromanbieter wechselt, achtet mal darauf, wie viele Ökostromanbieter ihr findet. In den Suchoptionen können auch Einstellungen vorgenommen werden, so dass der Vergleich euch nur Ökostromanbieter zeigt. Angesichts der finanziellen Vorteile, die ihr bei einem Wechsel hättet, solltet ihr einen der Ökostromanbieter in Betracht ziehen. Gute Anbieter erkennt ihr am Grüner Strom Label, am OK-Power Label und am TÜV Label. Diese Labels garantieren 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen. Wie ein Wechsel funktioniert, seht ihr in der Infografik unten.

Stromanbieter wechseln - Ökologisch denken lohnt sich!

Der Wechsel ist so einfach

Wie ihr schon in der Infografik sehen konntet, geht ein Wechsel ganz einfach. Ihr sucht euch einen Stromanbieter aus und schickt die Anmeldung ab (meist online). Er kündigt dem Alten und ab dem Schalttermin bezieht ihr neuen Strom. Zu Problemen kann es dabei nicht kommen. Sollte etwas schief gehen, werdet ihr den Strom des lokalen Versorgungsnetzes bekommen. Gesetzlich sind alle Kraftwerke dazu verpflichtet den Strom zu liefern, auch wenn Vertragsfragen untereinander schief gehen. So kriegt ihr eine große Sicherheit und könnt helfen die Umwelt aktiv zu verbessern und zu schützen.

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